03. März 2017: Gesamthauptversammlung Feuerwehr Nürtingen

NT-RAIDWANGEN. Um die Arbeit der Feuerwehrkameraden entsprechend zu würdigen, waren zur Hauptversammlung in der Raidwangener Egerthalle unter anderem die beiden Ortsvorsteher Marietta Weil (Raidwangen) und Bernd Schwartz (Hardt), Ordnungsamtsleiterin Angela Pixa, Ex-Oberbürgermeister und Ehrenmitglied Alfred Bachofer, die beiden Ehrenstadtbrandmeister Jürgen Burkhardt (zudem Stellvertreter des Kreisbrandmeisters) und Eugen Steck, die Ehrenkommandanten Siegfried Böpple und Walter Schietinger, Ehrenstabführer Manfred Müller, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Esslingen-Nürtingen Christian Frasch sowie Hans-Peter Kammermayer, Leiter der Werksfeuerwehr bei Metabo, gekommen.
Bevor Stadtbrandmeister Ralf Bader das vergangene Einsatzjahr mit Zahlen und Fakten Revue passieren ließ, wurde der beiden verstorbenen Kameraden Heinz Besemer von der Abteilung Reudern und Gottlieb Hermann von der Abteilung Zizishausen gedacht.

Zu den aktuellen Eckdaten der Feuerwehr Nürtingen: Ihr gehören zum Stichtag 31. Dezember 2016 insgesamt 412 Feuerwehrleute an (Vorjahr 413), davon 244 in der Einsatzabteilung (Vorjahr 239), 69 in der Jugendfeuerwehr (Vorjahr 78), 64 in der Altersabteilung (Vorjahr 67) und 35 Mitglieder in der Musikabteilung inklusive Jugendspielmannszug (unverändert). Bei den Hauptversammlungen der einzelnen Abteilungen Anfang des Jahres wurden zwölf Jugendliche in die aktive Abteilung übernommen. „Insgesamt können wir mit den Mitgliederzahlen in unserer Wehr durchaus zufrieden sein“, fasste Ralf Bader zusammen. Dennoch werde die weitere Stärkung der Jugendfeuerwehr in den kommenden Jahren eine große Aufgabe sein.
Mit 358 Einsätzen war das vergangene Jahr das einsatzstärkste seit über 20 Jahren, wie der Stadtbrandmeister betonte: „Diese große Anzahl an Einsätzen wurde mit viel Fachwissen, Können und persönlichem Einsatz bewältigt.“ Im Vergleich zu 2015 sei die Zahl der Einsätze bei schweren Verkehrsunfällen mit Personenrettung geringfügig von 14 auf elf zurückgegangen, etwas angestiegen sei dagegen die Anzahl der Einsätze bei Ölspuren sowie mit Chemie und Gefahrengut. So war das ganze Können etwa im August in Notzingen gefragt, als beim Befüllen eines Tanks Schwefelsäure mit Natronlauge vermischt und dadurch eine heftige chemische Reaktion ausgelöst wurde. Bei diesem Einsatz habe sich das dezentrale System der Feuerwehr Nürtingen einmal mehr bewährt, so Bader, es konnte problemlos auf Einsatzkräfte aus mehreren Abteilungen zurückgegriffen werden. Mit acht Fahrzeugen und 35 Einsatzkräften war die Wehr in Notzingen zur Stelle.

Einsätze wegen Starkregens nahmen deutlich zu
Bei den Brandeinsätzen ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um neun auf 83 gesunken. Die größte Zunahme sei mit einer Steigerung um 44 auf nunmehr 142 Einsätze im Bereich „sonstige Einsätze und Hilfeleistungen“ zu verzeichnen, ergänzte Ralf Bader. Ursache dafür seien Starkregenfälle und die dadurch voll gelaufenen Keller und überfluteten Straßen im gesamten Stadtgebiet gewesen.
Ein nicht alltäglicher Einsatzgrund war der Erdrutsch in Zizishausen im Juni vergangenen Jahres. Hier habe sich zudem die gute Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst, der Polizei und dem Technischen Hilfswerk bewährt, ebenso mit der Orts- und Stadtverwaltung.
Insgesamt 38 Mal unterstützte die Nürtinger Wehr Kollegen im Umkreis. Vergebens rückte die Feuerwehr 2016 dagegen 51 Mal aus. Nach wie vor seien die „Heimrauchmelder“ einer der Gründe für Fehlalarmierungen, erklärte Ralf Bader: „Oft kam es zu Fehlauslösungen aufgrund nicht ordnungsgemäß gewarteter Geräte.“ Eine weitere bereits bekannte Ursache für Fehlalarme sei das „intensive Kochen“ durch die Bewohner der Gemeinschaftsunterkünfte im Stadtgebiet, teils mitten in der Nacht: „Das hat sich aber stark verbessert.“
Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, bilden sich die Feuerwehrleute ständig fort und üben den Ernstfall, was einen großen Teil der Zeit in diesem Ehrenamt einnimmt. Teamgeist und Kameradschaft seien zentrale Schlüsselfaktoren für einen erfolgreichen Dienst. „Gemeinsam sind wir stark – zusammen erfolgreich“, brachte es Abteilungskommandant Rolf Binder in seinem Grußwort auf den Punkt.
Wie engagiert bereits die Jugend ihr Ehrenamt wahrnimmt, wurde beim Bericht von Stadtjugendfeuerwehrwart Oliver Pfeiffer deutlich. Betreut werden die 69 Jugendlichen von 25 Jugendwarten und Jugendleitern. „Unsere Mitgliederzahl ist stabil geblieben, es könnte aber trotzdem ein bisschen mehr sein“, so Pfeiffer. Kräftig wolle man daher in den nächsten Jahren die Werbetrommel rühren.
2016 wurden einige Anschaffungen getätigt: So steht seit Anfang Dezember der Ersatz für den Kommandowagen der Abteilung Stadtmitte bereit, und es wurde begonnen, die Aktiven der Abteilungen Raidwangen, Reudern und den Spielmannszug mit der neuen Uniform auszustatten. Innerhalb von drei Jahren soll diese überall angekommen sein. Zwei Gaswarnmessgeräte wurden für die Abteilungen Stadtmitte und Neckarhausen angeschafft. Vom Gemeinderat wurde die Beschaffung eines neuen Löschfahrzeugs LF 20 für die Abteilung Stadtmitte beauftragt, die Lieferung wird im Frühjahr 2018 erwartet.
Geehrt wurden an diesem Abend: Steffen Kaiser (Abteilung Hardt), Holger Brecht und Andreas Volk (beide Neckarhausen), Thorsten Geyer und Thorsten Schweizer (beide Raidwangen), Sven Gschweng (Reudern) und Ronny Beck (Abteilung Zizishausen) für jeweils 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber. Für stolze 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst bekam Uwe Steck von der Abteilung Stadtmitte das Feuerwehrehrenzeichen in Gold verliehen. Rainer Schraitle von der Abteilung Oberensingen wurde für seine besonderen Verdienste mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber geehrt.

Bericht + Bild: Nürtinger Zeitung